Pharmakotherapie in der Traditionellen Chinesischen Medizin

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Chinesische Kräuter

Die chinesische Kräutertherapie ist ein wichtiger Bestandteil der TCM. Gemeinsam mit einer entsprechenden Lebenseinstellung und Lebensführung, der Akupunktur, der Moxabehandlung, Tai Chi und Chi Gong ist es möglich, die meisten auftretenden Störungen im Bereich der körperlichen und seelischen Gesundheit effektiv zu behandeln. Optimal ist ein synergetischer Einsatz dieser Bereiche.

Jeder dieser Bereiche hat seine eigenen Indikationsgebiete - sein Einsatzfeld. Die Kräutertherapie kann von Beginn an auch alternativ zur Akupunktur eingesetzt werden. Ihr wichtigstes Einsatzgebiet beginnt jedoch dann, wo die Reiztherapie der Akupunktur nicht mehr ausreicht. Die Akupunktur kann Energien verteilen, harmonisieren, ausleiten und Blockaden lösen.

Wenn aber, im Körper nicht mehr genügend Substanz vorhanden ist oder krankmachende Einflüsse wie Kälte, Feuchtigkeit, Wind u.a. in großem Umfang in den Körper eingedrungen sind, reicht die Akupunktur allein nicht mehr aus. Im Verlauf einer Erkrankung unterscheiden wir drei verschiedene Eindringtiefen, bzw. Stadien der Erkrankung. Ist die Erkrankung akut und der Körper an sich gesund, befindet sich die Krankheit an der Oberfläche. Ein paar Akupunkturen reichen aus oder eine Kräuter- therapie von 3-7 Tagen.

Kann der Körper sich selbst ohne Behandlung nicht effektiv genug gegen die Erkrankung wehren oder wird durch eine symptomorientierte schul-medizinische Behandlung geschwächt, ist es möglich, dass die Krankheit somit in eine tiefere Schicht eindringt. Der Einsatz von Akupunktur und Kräutern ist bereits dann sinn-vollerweise zu kombinieren. Die Dauer der Kräuterbehandlung beträgt ca. 2-3 Wochen.

Bei ungünstigen Umständen und oder wenn bis dahin keine Therapie erfolgte, dringt der Prozess in die nächste Schicht ein - die Ebene der Substanz. Eine anhaltende Erkrankung verzehrt die Substanzen im Körper. Eine entsprechend stärkende Ernährung müsste aber über mehrere Jahre erfolgen. Die Kräutertherapie erfolgt je nach dem Grad der Auszehrung über 3 Wochen bis zu einem halben Jahr.

Zwei Beispiele seien hier aufgeführt, ohne komplexe Hintergründe der Diagnostik hier vollständig darzustellen.

Bei Schmerzen in der unteren Wirbelsäule unterscheiden wir nach folgenden Kriterien. Wie lange bestehen die Beschwerden? Beim ersten akuten Auftreten genügt meist eine Akupunkturbehandlung, bestehen die Beschwerden bereits seit Wochen oder gar Monaten ist eine Kräuterbehandlung dringend erforderlich. Liegt der Schmerz(verlauf) eher direkt über der Wirbelsäule, eher seitlich oder strahlt es nach vorne in die Lenden aus? Je nach Lokalisation werden verschiedene Meridiane behandelt.

Liegen krankmachende Faktoren vor, wie eingedrungene Kälte, Wind, Nässe, so kommen in der Akupunktur als auch in der Kräuterbehandlung zusätzliche Therapienansätze zur Anwendung. So gibt es den typischen Schmerz durch Kälte oder ein Mangel an Wärme, wobei der Urin eher blass ist, die Beschwerden eher des Morgens nach der Nachtruhe auftreten und sich durch Bewegung bessern - und allgemein eine ausgeprägte Morgenantriebsschwäche besteht. Der andere typische Schmerz tritt nach zu viel körperlicher Belastung auf, verstärkt durch oder verbunden mit wenig Schlaf oder Schlaflosigkeit, der Nachtmensch, der eher aktiv ist und seine Belastungsgrenzen oft überschreitet. Der Urin ist dunkel und er mag auch an Zahnwurzelentzündungen und Nierensteinen leiden.

Für den Betroffenen ist es klar. Es liegen viele verschiedene Beschwerden vor, wegen einer Beschwerde wurden bereits andere Ärzte konsultiert, ohne dass etwas gefunden wurde. Was nun?

Es besteht eine ausgeprägte Müdigkeit und Erschöpfung. Mittlerweile ist der Kopf bzw. das Denken wie vernebelt, irgendwie nicht mehr klar und frisch, es fällt schwer, Entscheidungen zu treffen, aus dem Quark zu kommen. Auch Schwindel hat sich eingestellt. Weiterhin besteht ein Durchfall, in der Art, dass der Stuhl einfach breiig ist. Und dann sind da noch die Allergien, im Winter gegen Hausstaub, dann später gegen Pollen etc. Morgens besteht gar kein rechter Hunger, erst ab 10-11 Uhr wird gefrühstückt. Im Laufe des Tages wächst der Appetit und ist dann gegen Abend und der Nacht kaum noch zu Zügeln. Das Verlangen nach Süßem wird mit Schokolade o.ä. befriedigt. Es kann fast schon eine Sucht sein. Das Gewicht nimmt zu, obwohl eine gesunde Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Salat angewandt wird. Oft besteht ein flaues Gefühl in der Magengrube, man hat kaum Durst.

Für den TCM-Behandler liegt eine einzige Störung vor. Wird danach behandelt, verschwinden alle diese Symptome (z.T. kommen noch weitere Therapien dabei zum Einsatz). Sicherlich besteht aber der dringende Bedarf zur Mitarbeit, eine Ernährungsberatung ist dringend erforderlich und auch Sport sollte ins Leben wieder integriert werden.